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Das Bellagio

Wir befinden uns immer noch in Las Vegas, immerhin koennte man dieser Stadt einen ganz eigenen Blog widmen so viel gaebe es zu berichten aus Sin City. Da ich nun das Glueck hatte und hoffentlich noch oefter haben werde, dort vorbei zu schauen nehme ich mir immer wieder eine neue Ecke vor und erkunde diese.

Beim letzten Besuch wurde das Bellagio genauer inspiziert. Von aussen weltberuehmt durch die "Bellagio Fountains" die auch im Film "Ocean's Eleven" zu bestaunen waren. Eine einmalige Springbrunnen Show die es in sich hat und weltweit unerreicht ist. Die Show findet tagsueber alle 45 Minuten statt und jedesmal bewegen sich die Wassermassen zu einem anderem Musikstueck. Das Ganze ist komplett computergesteuert und genau an die Musik angepasst.
Das Bellagio ist ein Spitzenhotel mit natuerlich allen Auszeichnungen die ein Hotel erreichen kann. Erbaut wurde es von Steve Wynn und seine Baukosten betrugen gewaltige 1,6 Milliarden US Dollar (was aber in Vegas schon wieder eine Lachnummer ist gegen die Neuheiten die zur Zeit gebaut werden). Eroeffnung war am 15. Oktober 1998 und allein diese kleine Feier hat nahezu 90 Millionen US Dollar gekostet. Das Bellagio ist das einzige Hotel in dem sich zwei Restaurants befinden die beide ein AAA 5 Diamonds Award besitzen, der hoechsten Auszeichnung die ein Fresstempel erreichen kann in den USA.

Im Innern des Bellagio gibt es eine Menge zu bestaunen und man sollte sich die Zeit nehmen das auch alles mal zu geniessen. Man kann den Amis eine Menge vorwerfen aber dass sie kleckern bestimmt nicht. Hier wurde geklotzt. Allein 2000 handgeblasende Glasblumen erwarten den Gast in der Lobby des Hotels das ausnahmslos aus feinsten Marmor und anderen edlen Materialien gebaut wurde. 10.000 Mitarbeiter arbeiten fuer das Bellagio an 7 Tagen rund um die Uhr. Es gibt eine eigene Shopping Mall wo alle edlen Marken der Welt erstanden werden koennen und natuerlich - ein Casino.
Im Casino laeuft es wie in allen Las Vegas Casinos gleich ab: Man spielt an einem der tausenden Automaten oder am gruenen Filz mit echten Gegenspielern und Croupier. Natuerlich spiele ich auch wenn ich dort bin, geht ja gar nicht anders in Vegas. Die Casinos tun alles, damit sich die Gaeste so wohl wie moeglich fuehlen und vor allem so lange wie moeglich bleiben. Daher ist ausnahmslos rauchen in den Casinos erlaubt, dank exellenter Klimaanlagen wird dadurch aber kein Nichtraucher gestoert (was es doch alles gibt). Getraenke werden kostenlos serviert. Man gibt lediglich ein Trinkgeld nach Wahl falls man sich wundert warum die Bedienung so wartend neben einem stehen bleibt *g* Man kann alles ordern: Vom Softdrink ueber Bier bis zu guten Mischungen wird fuer alles gesorgt - solange man bloss nicht den Automaten verlaesst. Und keine Panik: Wer einigermassen normal im Kopf ist braucht keine Angst um Haus und Hof zu haben, es kann bereits fuer einen US Cent gespielt werden. Es gibt Automaten in verschiedenen Kategorien: 1 Cent, 25 Cent, 1 Dollar, 5 Dollar usw. Selbst an einem 1 Cent Automaten kann man einige tausend Dollar gewinnen und auch ich habe dort immerhin 300 Dollar herausgeholt (die allerdings spaeter restlos im MGM Casino wieder draufgingen, selbstredend, dass das MGM zum gleichen Konzern wie das Bellagio gehoert *g*
Man kann sich im gesamten Hotel frei bewegen mit Ausnahme der Gaesteetagen und eines Raumes vor dem ich staunend stehenblieb. Ein Security Mann des Bellagio erklaerte mir den Raum: "Hier kommt man nur rein wenn man bereit ist mind. 80.000 Dollar zu setzen - pro Spiel!" Ich erzaehlte ihm was ich zur Zeit beruflich mache und er deutete auf seine Uniform. So laechelten wir uns beide wissend an, auf absehbare Zeit werden wir diesen Raum also nur von aussen sehen. Trotzem faszinierend wie viele Leute es gibt, denen diese Summe anscheinend gleichgueltig ist, denn es war ein kommen und gehen wie in einem Taubenschlag. Ich sollte doch einen anderen Job machen...
Kleiderordnung oder "Dress Code" wie der Ami sagt gibt es uebrigens in keinem der Casinos. So treffen sich in den edlen Raeumlichkeiten Armani Anzug mit Hawaiihemd und niemanden stoert's.
Fast einen Tag verbrachte ich nur im Bellagio und habe mir alles, aber wirklich alles angesehen und erklaeren lassen. Von der Kueche bis zum Dachboden sozusagen. Faszinierende Sache.

Jedem der mit seinem Truck also in Vegas vorbeikommt kann ich nur dringend empfehlen, hier wirklich anzuhalten und mind. 24 Stunden Stop zu machen eher laenger. Mein Dispatch ist es mittlerweile gewohnt, dass ich im Westen der USA immer mind. einen kompletten Reset einlege. Eigentlich machen es die meisten so und anders kaeme man legal die 6000 KM in den Heimathafen auch gar nicht mehr zurueck. Da sich in Las Vegas auch noch eine der groessten Outlet Shopping Malls der Welt befindet, kann man sich allein hier schon einen ganzen Tag aufhalten. Und dann sind da noch diese kleinen Helicopter mit denen man einen schicken Grand Canyon Rundflug machen kann... Aber es sollen ja noch mehr Geschichten in diesem Blog geschrieben werden ...

Circus Circus

Immer wieder fuehren meine Touren an einer faszinierenden Stadt vorbei: Las Vegas oder Sin City wie sie von den Einheimischen - sehr zum Aerger der oertlichen Stadtbehoerden - genannt wird. Die Behoerden bemuehen sich seit einigen Jahren, das Suendenimage Vegas in ein familientaugliches zu wandeln. Sin City passt da nicht ins Konzept und so wurde ein neuer Slogan geboren: City of Entertainment. Das triffts ja auch, irgendwie.

Hier nicht zu stoppen waere wie eine Suende, ueberhaupt nicht diskutabel, unmoeglich. Las Vegas liegt in Nevada, inmitten einer Wueste und eingekreist von sproeden, trockenen Bergen und ca. 5 Stunden Fahrt von Los Angeles entfernt. Vegas wird rein kuenstlich, mit einem unglaublichen Aufwand am Leben erhalten. Alles muss teuer und aufwaendig in diese Stadt geschafft werden: Wasser, Lebensmittel, Baumaterial, Strom usw. Vegas liegt im Clark County das ist der untere Zipfel von Nevada, in unmittelbarer Naehe befindet sich das Death Valley.


Mit dem Truck nach Las Vegas

Da man in meinem Job ja nicht gerade mit einem Kleinwagen unterwegs ist, sollte man immer wissen wo man sein Gefaehrt sicher abstellt und bequem nach Downtown kommt. Aber in dieser Stadt kein Problem! Man koennte einen der vielen Truck Stops nutzen und von dort mit den oeffentlichen Stadtbussen zum DTC (Downtown Transportation Centre) fahren, sowas wie ein ZOB.
Vegas hat allerdings auch seine Schattenseiten, eine hohe Kriminalitaetsrate und dunkle, sehr dunkle Strassen. Mein Tipp fuer Trucker: Direkt im Las Vegas Boulevard parken! Es kann z.B. die Abfahrt genommen werden an der sich auch der Flying J. Truck Stop befindet. Statt links, biegt man rechts ab (wenn man von Sueden kommt) und nach ca. 2 KM nochmals rechts in den Las Vegas Boulevard. Auch der eigentliche Strip, also die beruehmte Meile mit all den Casinos befindet sich in dieser Strasse. Das Gute: Hier faehrt einer der modernsten Linienbusse der USA, der MAX (siehe Bild). Auf dem Las Vegas Boulevard findet man einen uralten Truck Stop, einen grossen Supermarkt und noch andere geeignete Plaetze um einen Sattelzug fuer einige Zeit gut abzustellen. Gleichzeitig hat man die Haltestelle des MAX direkt vor der "Haustuer". MAX kostet 2,50 US Dollar fuer 24 Stunden Nutzung. Der MAX faehrt ausschliesslich den Boulevard rauf und runter, er biegt nirgends ab, verfahren unmoeglich. Wenn ich mal kein Truck mehr fahre, werde ich MAX Fahrer in Vegas.

Mit dem MAX gehts zum Downtown Transportation Centre, dem sog. DTC. Von hier aus fahren die Deuce Doppeldecker fast rund um die Uhr den gesamten Strip rauf und runter. Man zahlt hier einmalig nochmal 50 US Cent auf seine MAX Fahrkarte und kann diese Busse dann ebenfalls fuer 24 Stunden nutzen so oft man moechte. (Die Deuce Busse stoppen uebrigens auch an der Outlet Mall, fuer die geneigte Hausfrau der Tipp ;-)

Kool Bus oder wie schreibt man einen Blog

Wat soll ich sagen, dieser lustige Schulbus kam mir in Las Vegas, Nevada vor die Linse. Das ist mal ein School Bus oder?

Und damit bin ich schon beim Thema: Lange habe ich ueberlegt ob ich einen Blog eroeffnen soll oder nicht. Um genau zu sein, ueber ein Jahr lang habe ich darueber nachgedacht. Ich lese begeistert die Blogs von vielen anderen Leuten und natuerlich auch von deutschen Truckern die es nach Nordamerika verschlagen hat. In den meisten Faellen nach Kanada wo die Einwanderungsbestimmungen wesentlich lockerer sind als beim grossen Bruder USA. Und so habe auch ich vor ueber einem Jahr zusammen mit meiner besseren Haelfte beschlossen: "Lass uns die Koffer packen und es probieren! Billiger kann man Amerika nicht kennenlernen."

Wir sind ebenfalls notgedrungen nach Kanada weil USA siehe oben. Damit mich niemand falsch versteht: Kanada ist ein wunderschoenes Land und alles ist prima, aber auf dem Schirm hatte ich es eigentlich eher nie. Aber in diesem Falle war es DIE Eintrittskarte um die USA von A bis Z kennen zu lernen. Denn in Kanada werden fast ausschliesslich Fahrer gesucht, die bereit sind die USA Touren zu uebernehmen. Auf die hat der gemeine Kanadier im allgemeinen wenig Lust und ueberhaupt herrscht ein reger Fahrermangel im Lande der Baeren und Mooses.

Zurueck zum Thema... Bloggen... Ich las und las und las... in vielen Blogs und es werden immer mehr Blogs von Truckern die ehemals in Deutschland oder anderswo ihre Arbeit verrichteten. Einige waren langweilig, einige unglaublich schlecht geschrieben oder alles zusammen. Andere widerum sehr interessant zu lesen, originelle Schreibweisen und unterhaltsam. Diese fanden dann auch den Weg in die Favoritenliste meines Webbrowsers.
Nun war es schon so, dass ich hier eine Menge Unglaubliches erlebt habe. Das hatte weniger mit dem Job an sich zu tun (obwohl auch hier eine Menge Unglaubliches passiert ist), eher mit einer Verkettung mehrer Umstaende, die mitspielenden Personen usw. Das alles allein wuerde schon ein Buch fuellen, darum wird hier im Blog darauf auch nicht weiter eingegangen... Was aber dann bloggen? Irgendwie fingen alle Blogs von anderen immer sehr verheissungsvoll an um dann nach einiger Zeit mit eher langweiligen Berichten zu enden. Einige fahren die immer gleiche Tour und werden nicht muede immer und immer wieder darueber zu schreiben. Und darueber was es heute zu Essen gibt, welches Duschgel heute benutzt wurde usw. Nee.... Irgendwie hatte ich auf Berichte dieser Art keine Lust und noch ein Blog mehr dieser Sorte wuerde wohl auch kaum nenneswertes Interesse ausloesen *gg*

Darum wird dieser Blog ein wenig anders. Hoffe ich jedenfalls. Ich moechte mehr neutral berichten ueber Besonderheiten der US Staaten, besondere Orte und ueber normale Dinge des Joballtags. Wie funktioniert das eigentlich mit den Waagen? Was laeuft bei einer DOT Kontrolle genau ab usw.
Es wird hier also nicht um mein privates Umfeld gehen, ob und wann ich mit wem was gefeiert habe sondern um Amerika in all den Facetten die man in diesem Job kennenlernen kann. Und man sieht und erlebt eine Menge. Man sieht Dinge die eher unbekannt sind aber auch Sachen, die die Klischees erfuellen die man in diese Laender setzt.

Daneben wird es die einen oder anderen interessanten Fotos geben und ich werde versuchen dazu dann auch einiges zu erklaeren. Mal schauen wie es gedeiht.

In diesem Sinne, viel Spass beim stoebern in meinem Blog.
Olli

Die Amis fahren ab auf deutsche "Technologien" wie man sieht